Suche

30 Titel für den Sommer

28. Juli 2013
30 Titel für den Sommer

30 Titel für den Sommer

So. Der Sommer ist dann mal da. Damit man das auch in vollen Zügen genießen – und dem Kopf zumindest musikalisch die ein oder andere Ablenkung bieten kann, folgen nun 30 Titel. Ein personalisierter Sommer-Soundtrack sozusagen. Inklusive einiger Songs, deren angesetzter Staub eins wird – mit flirrender Hitze und dampfendem Asphalt. Darum gar kein großes Vorwort; wir steigen direkt ein und beginnen mit Platz 30:

Nr. 30: Willy Moon „My Girl“
Willy Moons Bekanntheitsgrad liegt trotz seiner Kollabaration mit Apple immer noch im überschaubaren Bereich. Schade. Denn Neuseelands neueste Entdeckung lässt es nicht nur auf seinem Debüt „Here´s Willy Moon“ krachen. Auch live bringt er mit gekonntem Hüftschwung und viel Sympathie selbst die kleinsten Hallen zum Bersten. „My Girl“ ist mein Favourit, einfach so.

 

 

Nr. 29: Blur „On Your Own“

Ganze 16 Jahre hat das selbstbetitelte Album der Briten auf dem Buckel. Und es hat nichts von seinem zeitlosen Groove eingebüßt. Das gilt übrigens für alle Veröffentlichungen der Briten. Guter Musik können auch Jahrzehnte nichts anhaben. Das bringt allerdings auch eine gewisse Ratlosigkeit mit sich, wenn man einen einzigen repräsentativen Titel wählen muss. „On Your Own“ hat alles, was ein dufter Song braucht – und besser als Oasis/Beady Eye/ Noel Gallagher And His High Flying Birds waren Blur eh schon immer. Aktuelle Livetermine lassen auf neues Material hoffen. Daumen drücken!

 

 

Nr. 28: Marybell Katastrophy „There Is No Rhino In This Room“

„Amygdala“, das Zweitwerk der Dänen erschien im frühen Frühling 2013. Elektropop, der die innere Discokugel zum rotieren bringt. „There Is No Rhino In This Room“ hat sich bereits beim ersten Hören festgesetzt. Und der sommerliche Bezug? Nun ja…Nashorn..südliche Sahara…usw. :)

 

 

Nr. 27: Anna Calvi „Suzanne And I“

Mit Anna Calvi reiht sich eine der eindrucksvollsten weiblichen Künstler der letzten Jahre in meine kleine Liste ein. Ihr erstes Album erschien 2011. Ein neues ist bereits in Arbeit. Wer kraftvolle Stimmen – und Frauen an der Gitarre allgemein mag: bitte! „Suzanne And I“ geht einem nie wieder aus dem Kopf.

 

 

Nr. 26: Joseph Arthur „In The Sun“

Alternative Country aus den USA: „In The Sun“ von Joseph Arthur wurde bereits 2000 auf dem Album „Come To Where I´m From“ veröffentlicht. Und schön ist dieser Track immer noch. Melancholisch-weich, melodisch, auf´s Wesentliche reduziert. Sein aktuelles Album „Ballad of Boogie Christ“ ist im Juni erschienen.

 

 

Nr. 25: Element Of Crime „Du hast mir gesagt“

Sven Regener beim Lamentieren zuhören. Gibt es für einen Liebhaber der deutschen Sprache in formvollendeter Poesie etwas Schöneres? Nö! Element Of Crime passen immer. Weil sie den Nerv, die Gedanken & Gefühle eines Jeden treffen – zu einfach jeder Zeit. Es gibt bestimmt einen EOC-Song, der genau die Situation beschreibt, in der man sich gerade befindet. „Du hast mir gesagt“ ist eine Liebeserklärung an eine Liebschaft, die nicht in die Puschen kommt – oder schon vorbei ist, bevor sie überhaupt angefangen hat. Am Fluss warten kann man trotzdem…und dabei die Füße ins Wasser halten.

 

 

Nr. 24: Ned´s Atomic Dustbin „Until You Find Out“

Wie wir nun mittlerweile alle wissen, verfügt Großbritannien ein schier grenzenlosen Fundus an (wirklich) guten Bands. Ned´s Atomic Dustbin gehören seit Ende der Achziger dazu. Einige Alben folgten, dann die Auflösung, Reunion ebenso. Aktuell wird getourt. Auf neues Material muss man nach wie vor warten. „Until You Find Out“ nimmt man solange mit ins Schwimmbad.

 

 

Nr. 23: The Libertines „Don´t Look Back Into The Sun“

Wo wir schon in England sind: The Libertines. Die Hoffnung der beginnenden 2000er. Rotzig, ungeschliffen und dennoch mit einem unheimlichen Hitpotential im Gepäck. Peter Doherty und Carl Bârat zerstritten sich, die Libertines lösten sich auf. Bârat macht nach einem kurzen Gastspiel bei den Dirty Pretty Things solo weiter, Doherty gründete die Babyshambles – solo versuchte er sich ebenso. Und auch dieses Experiment ist geglückt. Doherty hasst oder liebt man. Ich gehöre eindeutig zu den Liebhabern. „Don´t Look Back Into The Sun“ trägt man jedenfalls immer noch im Herzen:

 

 

Nr. 22: Queens Of The Stone Age „Everybody Knows That You´re Insane“

Gute Neuigkeiten 2013: QOTSA sind zurück! Viel muss man zu Josh Homme und seinem Pulk an hochklassigen Musikern nicht mehr sagen. Trotz der wummernden Dichte des aktuellen Albums, schafft es der Titel „Everybody Knows That You´re Insane“ in die Sommersong-Liste. Ein Gefühl, das sich während hoher Temperaturen desöfteren breit macht.

 

 

Nr. 21: M83 „Midnight City“

Hinter M83 verbergen sich Nicolas Fromageau und Anthony Gonzalez. Der Track „Midnight City“ erhielt durch die Werbekampagne eines französischen Automobilherstellers im Jahr 2011 einen zusätzlichen Schub. Auch 2 Jahre später geistert die Melodie durch unsere Gehörgänge und sorgt für ein zufriedenes Grinsen. Mindestens.

 

 

Nr. 20: Jónsi „Go Do“

Jón Þór „Jónsi“ Birgisson, Kopf der übermächtigen Sigur Rós, kann auch solo. Mit seinem Debütalbum „Go Do“ erschien bereits 2010 eine Kollektion an Songs, die es so wahrscheinlich nie auf eine Sigur Rós – Platte geschafft hätten. Ausufernde Postrock-Klangteppiche sind auf „Go Do“ eher weniger zu finden. Dafür schönster Indiepop:

 

 

Nr. 19: Peter & The Test Tube Babies „The Spirit Of Keith Moon“

Von Island zurück auf die britischen Inseln. Peter & The Test Tube Babies existieren (einige Unterbrechungen mal eingeschlossen) bereits seit 1978. Ihr Sound steht seit jeher für Punk der alten Schule. Was sie von anderen Formationen deutlich abgrenzt, ist ihr Geschick Melodien Leben einzuhauchen, die zeitlos und rotzig schön sind. „The Spirit Of Keith Moon“ führt hierbei die Spitze der Songs an, die jeder Punk-Liebhaber mal gehört haben sollte. „Banned From The Pubs“ und „The Jinx“ schließen sich lückenlos an.

 

 

Nr. 18: Rauli Badding Somerjoki „Laivat“

Finnischer Sommer? Dazu gehört auf jeden Fall Rauli „Badding“ Somerjoki. Der Finne ist das Urgestein der finnischen Rockmusik, „Laivat“ (= Schiffe) gehört auch heute noch in jeder größeren und kleineren Kneipe zu den musikalischen Stammgästen. Somerjoki weilt leider seit 1987 nicht mehr unter uns. Unsterblich wurde „Laivat“ durch seinen Freund M. A. Numminen und dessen Buch „Der Kneipenmann“. Melancholie, die eher beschwingt, als dass sie schwermütig macht.

 

 

Nr. 17: Tomte „Norden der Welt“

In ihren Anfängen noch als Warpigs und Tomte Tummetott unterwegs, halten Tomte seit 1994 die Stellung in der Perle des Nordens, Hamburg. Thees Uhlmann schreibt Titel, die jeden berühren. Kantig und aus dem Leben gegriffen. „Norden der Welt“ ist eine Hommage an das Meer oder jeden anderen geliebten Ort- und über das Glücksgefühl nach Hause zu kommen.

 

 

Nr. 16: Massive Attack „Antistar“

Neben krachigen Klängen braucht man natürlich auch etwas, das die unsichtbar kriechende Hitze verkörpert, die sich in Mauerwerk, Asphalt und im menschlichen Kreislauf festsetzt. Wer wären dafür besser geeignet als Massive Attack? Die Helden des TripHop haben mit „Antistar“ einen Song erschaffen, der bedrohlich knistert und sich bis in den letzten Winkel der Hirnwindungen schleicht.

 

 

Nr. 15: Turbonegro „Age Of Pamparius“

An Turbonegro scheiden sich die Geister. Wer anspruchsvolle Musik mit tiefgründigen Texten erwartet, wird von den Norwegern mit Sicherheit enttäuscht sein. Nonsens-Texte, die sich immer haarscharf an der Grenze zum Geschmacklosen bewegen, Death-Punk in bester Manier, viel Denim und eine Affinität für Seemänner. Kopf aus, Spaßmodus an. „Age Of Pamparius“ stammt vom 98er Album „Apocalypse Dudes“.

 

 

Nr. 14: Arcade Fire „No Cars Go“

Gute Nachrichten auch in Sachen kanadischer Indierock: Arcade Fire bringen noch diesen Herbst ein neues Album raus. Solange benügen wir uns mit „No Cars Go“ vom 2007er Album „Neon Bible“. Die Wahl fällt leicht, denn dieser Song hat wohl den schmissigsten Refrain, den man sich wünschen kann.

 

 

Nr. 13: Phillip Boa & The Voodooclub „Ernest 2“

30 Jahre Boa, letzten Spätsommer ein neues Album, von dem auch „Ernest 2“ stammt. Ein Titel zum sacken lassen. Unaufgeregt, fast schon schmeichelnd – wäre da nicht der nölige Sprechgesang von Phillip Boa, der dafür sorgt, dass die Dramatik von „Ernest 2“ auch wahrgenommen wird.

 

 

Nr. 12: U.N.K.L.E. „Be There“

James Lavelle aka U.N.K.L.E. richtet den Fokus dieser Liste wieder auf synthetische Klänge. „Be There“ ist auf „Psyence Fiction“ zu finden. Überall spürbar ist die damalige Zusammenarbeit mit DJ Shadow, der den einzelnen Tracks seinen indviduellen Stempel aufdrückt. „Be There“ erinnert an die Lichter der Nacht, über den Dächern der Stadt – oder in ihren tiefsten Tunneln.

 

 

Nr. 11: Dredg „Ode To The Sun“

Aus den Tiefen der Londoner Unterwelt geht es wieder zurück in die Sonne. „Ode To The Sun“ von Dredg groovt wunderbar und wirft erneut die Frage in den Raum, warum das Quartett aus San Francisco eigentlich nicht viel bekannter ist. Das letzte Album „Chuckles & Mr. Squeezy“ ist bereits seit 2 Jahren draußen. Wir wollen mehr!

 

 

Nr. 10: Sin Fang „What´s Wrong With Your Eyes“

Mit Island verbindet man nicht unbedingt poppigen Indiefolk. Sin Fang wandelt momentan wieder auf Solopfaden, abseits der Formation Seabear. „Flowers“ wartet mit tollen Songs auf, die nicht nur an sommerlichen Tagen ihren Feinsinn entwickeln. „What´s Wrong With Your Eyes“ hat von allen jedoch den schönsten Beat: satt und bollernd.

 

 

Nr. 9: Man Without Country „Puppets“

Man Without Country aus Wales zählen zu den Neuentdeckungen des letzten Jahres. Ihr Erstlingswerk „Foe“ kommt schnittig, poppig und von 80er Synthie-Sounds begleitet daher. „Puppets“ saugt mit seinen epischen Melodiesträngen und kraftvollem Rhythmus alle Luftbewegungen im nahen Umkreis in sich auf, um sie als schimmernde Leuchtpartikel wieder in den Himmel zu schicken.

 

 

Nr. 8: Iggy Pop feat. Kate Pierson „Candy“

Der „Godfather of Punk“ darf natürlich nicht fehlen. Iggy Pop, der lebende Exzess, hat erst kürzlich mit The Stooges eine neue Platte veröffentlicht. „Candy“ schlägt eher ungewohnt seichte Balladentöne an. Kate Pierson (The B-52’s) überrollt mit ihrer Stimmgewalt den schmachtenden Iggy. Und am Ende kriegen sie sich doch.

 

 

Nr. 7: French Films: „Golden Sea“

Nochmal nach Finnland. French Films gründeten sich 2010, zwei Alben haben sie bereits aufgenommen. „White Orchid“ erschien erst diesen Frühling. Ihr Mix, der an die Beach Boys erinnert, hätten sie mit den Ramones gejammt, klingt schlicht, melodisch und zaubert schönes Wetter in die dunkelste Bude. „Golden Sea“ vom Debütalbum „Imaginary Future“ heizt das Surf-O-Rama-Gefühl jedenfalls ordentlich an.

 

 

Nr. 6: Pixies „Monkey Gone To Heaven“

Die guten Neuigkeiten reißen nicht ab: Die Pixies bringen ihr erstes Studioalbum seit mehr als 10 Jahren raus. Den neuen Song „Bagboy“ kann man sich schon jetzt anhören. In die Sommerliste schafft es dennoch ihr vielleicht größter Hit „Monkey Gone To Heaven“. Black Francis in Höchstform. Schön, dass sie zurück sind.

 

 

Nr. 5: Choir Of Young Believers „Hollow Talk“

Hinter COYB verbirgt sich ein Künstlerkollektiv unter der Leitung von Kopf Jannis Noya Makrigiannis. „Hollow Talk“ findet man auf dem ersten Album der Dänen: „This Is For The White In Your Eyes“. Opulenter Folkrock mit orchestralen Einschlägen. „Hollow Talk“ entwickelt sich langsam aber druckvoll zu einem hymnenhaften Song, der unter die Haut geht.

 

 

Nr. 4: The XX „Swept Away“

Wir steuern geradewegs in die Sounds der Sommernächte. „Swept Away“ von den großartigen The XX pulsiert vor Wärme. Reduzierter Indiepop, monotone Strukturen, die durch unerwartet eingeflochtene Beats und Samples an Klasse kaum zu überbieten sind. Muss man diesen Song lieben? Ganz klar: ja!

 

 

Nr. 3: Radiohead „Codex“

Radiohead. Tja. Welche erklärenden Worte kann man für diese Flut an Mosaiksteinchen, aus denen sich Thom Yorke und seine Band zusammensetzen finden? Radiohead sind schon lange keine Indie-Band mehr, die man an bestimmten Songs festmachen kann. Radiohead ist über die Jahre eher zu einem Gefühl gewachsen. Flüchtig, nicht greifbar – und trotzdem streift ihre Musik wie Wind über unsere Haut und verursacht Schauer, die erst Stunden später abebben.

 

 

Nr. 2: I Heart Sharks „Wolves“

Platz zwei der schönsten Sommertracks belegen I Heart Sharks aus Berlin. „Wolves“ steht repräsentativ für jeden einzelnen Song ihres Debütalbums „Summer“ (2011). Elektronischer Indiepop, der durchweg einfach nur gut ist. Ein Bombentitel jagt den nächsten – und auch beim 100. Durchlauf wummert die innere Euphorie auf Hochtouren. Ein Album das rundum glücklich macht.

 

 

Nr. 1: Xul Zolar „Hex“

Nun, 29 Titel und einen Temperaturanstieg von gefühlten 20 Grad später… der erste Platz des diesjährigen Sommers. Ehrlich gesagt stand „Hex“ von Anfang an als Nummer 1 fest. Aber ein Soundtrack, der nur aus einem Titel besteht ist ja auch doof. Die drei Kölner gelten momentan noch als ein Geheimtipp, den ich allerdings nicht für mich behalten möchte. Xul Zolar passen vom Klang her nicht recht in Schubladen. Eher in viele verschiedene. Ihr Math Rock kreist zusammen mit Indie Pop in einem elektronischen Mikrokosmos. Warum die Wahl gerade auf diesen Titel fällt, ist schnell geklärt: Seit Ende Mai läuft er täglich – und wird mit jedem Mal schöner und greifbarer. „Hex“ ist im Eigenvertrieb erschienen; bestellen könnt ihr die Single hier.

 

Ende der Tracklist. Viele alte, einige neue Songs. Vielleicht ist der ein oder andere Titel dabei, der Gefallen findet. Das ist ja das Schöne an Musik: sie ist zeitlos. Manche Tracks werden mit der Zeit immer besser, andere sind von Anfang an im Soundtrack des Lebens – oder eben dem des Sommers – verankert. Und jetzt ein erfrischendes Kaltgetränk, bitte.

Schreib einen Kommentar